Als Anwalt bzw. Mediator in der Pandemie richtig aufgestellt (Teil I)

Seit über einem Jahr ist unser Alltag – mal mehr, mal weniger – durch das Covid-19-Virus eingeschränkt. Viele alltägliche Abläufe haben sich verändert. Abstand halten ist notwendig. Und gerade als Anwalt/Anwältin und/oder MediatorIn hat sich das Zusammentreffen mit der Kundschaft stark verändert. Persönliche Gespräche finden telefonisch statt. Und in Situationen wo wir es vorziehen anderen Menschen in die Augen zu sehen, vereinbaren wir Online-Treffen und halten Videomeetings ab.

Dies ist eine große Chance für alle Seiten. Anfahrtszeit kann eingesparrt und Reisekosten können minimiert werden. Der unmittelbare Zugang zu besonders ausgebildeten Menschen, wie RechtsanwältInnen und MediatorInnen kann erleichtert werden. Dienstleistungen können schneller vermittelt und Aufträge effizienter umgesetzt werden. Aber hierzu müssen sich diese Akteure auch der Situation in der Pandemie anpassen und „richtig“ aufstellen.

Ich habe schon einige Vorträge zu diesem Thema gehört. Leider beschränken sich viele darauf, die IST-Situation zu erfassen. Oder gar die Vergangenheit dieses Themas aufzuarbeiten. Das hilft den Akteuren aktuell wenig weiter, wenn es darum geht eine Zukunftsvision von ihrer Tätigkeit zu entwickeln. Besser wären konkrete Tipps und ein lebendiger Erfahrungsautausch im Kollegium. Und zwar Generationenübergreifend. Im Folgenden möchte ich Stichwörter mit Leben und Ideen füllen und zum Gedanken- und Erfahrungsautausch anregen.

 

Rund um Technik und Co. in der Videokonferenz

Im ersten Teil meines Beitrags geht es mir zunächst um die technische Grundausstattung in Anwalts- und Mediationskanzleien für erfolgreiche Videokonferenzen. Konkret bedarf es nicht viel. Sie sollten auf Qualität achten und lieber gleich von Anfang an mehr Geld in die Hand nehmen. Hier gilt das Zitat „wer billig kauft, kauft doppelt“.

 

Videokamera

Das Herzstück für ein gutes Auftreten. Meine Empfehlung ist hier die Brio von Logitech (Preis ca. 200,- Euro). Sie kann Aufnahmen in 4K machen und kommt auch mit schwierigen Lichtverhältnissen sehr gut zurecht. Sie bietet darüber hinaus den Vorteil, dass sie als externe Kamera nicht nur auf Bildschirmen, sondern auch auf zusätzlichen Stativen flexibel montiert werden kann. Das ist besonders wichtig bei der Kamerapositionierung, siehe Stichwort „Bildausschnitt“. Auch ein hervorragendes Mikrofon ist bereits verbaut.

USB-C und insbesondere 4K sollte ihr neuer Standard sein, da es absehbar ist, dass die verbauten Frontkameras vieler Notebooks und Smartphones in Zukunft noch besser werden und sie hier langfristig investieren. An der Bildqualität sollten Sie daher nicht sparen, auch wenn viele Programme für Videomeetings diese Qualität bei der Übertragung vielleicht noch garnicht abbilden. Dennoch werden ihre Zuschauer schon jetzt den qualitativen Unterschied bemerken, wenn ihr Bild im Vergleich zu anderen steht.

Die Videokamera sollte Sie stets auf Augenhöhe filmen. Nicht von oben herab, nicht von unten hinauf und so, dass sie nahezu hineinblicken, wenn sie auf die anderen GesprächsteilnehmerInnen blicken. Auch hier gilt, begegnen Sie der/dem Anderen auch digital auf Augenhöhe. Grundsätzlich kann ich deshalb auch nur von der Nutzung einer verbauten Videokameras abraten. Auch wenn gerade die neuste Generation von IPad und IPhone spitzen Kameras haben, sollten diese nur verwendet werden, wenn sie auch auf Augenhöhe positioniert werden können. Vorbilder, wie man es richtig macht, finden sich auf Instagramm.

 

Mikrofon und Raumklang

Stimmt der Ton nicht und ist der Gesprächspartner nur schwer zu verstehen kann die Videokonferenz zur Tortur für alle Teilnehmer werden. Die Brio von Logitech verfügt bereits über ein sehr gutes eingebautes Stereo-Mikrofon. Sitzen Sie alleine und in in einem Einzelbüro vor der Kamera, dann reicht dies absolut. Befinden Sie sich während des Videomeetings in einem Raum in dem es stark hallt, sollten  sie ein Headset oder ein …

 

Zusätzliche Bildschirme 

Sind sie es gewohnt an mindestens zwei Bildschirmen zu arbeiten (z.B. Notenbook-Bildschirm + externer Monitor), dann sollten Sie einen zusätzlichen Bildschirm kaufen, auf den Sie die Videoteilnehmer schalten. Der Bildschirm sollte nicht zu klein gewählt werden. Meine Empfehlung sind 55 Zoll. Die gibt es mit guter UHD-Auflösung bereits ab 299,- Euro. Grund hierfür ist, dass Sie zukünftig meistens mit mehreren Personen gleichzeitig in der Videokonferenz sein werden und sich der jeweilige Anteil an der Bildfläche entsprechend reduziert. Keine Furcht vor großen Bildern. Sie können den zusätzlichen Fernseher auch noch größer wählen. Dieser Bildschirm sollte außerdem nicht auf, sondern ein gutes Stück zurückversetzt vor ihrem Schreibtisch stehen bzw. hängen. Desto weiter der Abstand, desto besser der Bildausschnitt von ihnen. Auch deshalb sollte der zusätzliche Bildschirm nicht zu klein gewählt werden.

Beleuchtung

Verwenden Sie keine Ringlichter. Der Ringschein im Auge lenkt ab und wirkt unseriös.

Bildausschnitt (Platz, Hintergrund & Vordergrund)

Adapter

LAN-Verbindung

Foto: Image by Joshua Woroniecki

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